Was ist das Down-Syndrom?

Das Down-Syndrom ist eine angeborene Besonderheit, die bereits bei der Zellteilung der Keimzelle spontan entsteht. Das bedeutet, dass nur in den seltensten Fällen eine Vererbung vorliegt. So erklärt sich, warum Sie vielleicht bereits gesunde Kinder haben oder auch weitere davon nicht betroffen sein werden. Üblicherweise hat jeder Mensch in jeder Körperzelle 23 Chromosomenpaare, also 46 Chromosomen. Beim Down-Syndrom ist das 21. Chromosom statt zweimal dreimal vorhanden, daher spricht man auch von Trisomie 21. Ungefähr jedes 600. bis 700. Kind weist diese Besonderheit auf. Die Ursache dafür ist nicht bekannt.

Jeder Mensch ist einzigartig. Das gilt auch für Kinder mit Down-Syndrom (DS). Wenn Sie vielleicht veraltete Ansichten hören, wie Kinder mit DS "sind", so möchten wir Ihnen unsere Erfahrungen entgegenhalten. Alle unsere Kinder sind sehr verschieden, in ihren Vorlieben und auch in ihren Entwicklungsschritten. Wie bei allen Menschen gibt es Entwicklungs- und Begabungsunterschiede. Es stimmt auch nicht, dass Menschen mit dem DS irgendwann einmal in ihrer Entwicklung stehen bleiben.

Aufgrund der möglichen organischen Probleme ist es wichtig, sich bald einen Kinderarzt Ihres Vertrauens zu suchen. Die Erfahrung zeigt, dass frühe Förderung sehr unterstützend für Kinder mit dem DS ist. Am wichtigsten ist es aber, dass Sie in Ihrem Kind sehen, was es ist: Ein Kind, das Ihre Liebe und Zuwendung braucht, das Ihnen Liebe und Zuwendung gibt und sich am Leben freut!

 

Was jeder über das Down-Syndrom wissen sollte

Leider halten sich verschiedendste Vorurteile über das Down-Syndrom hartnäckig, so z.B., dass Kinder mit DS nicht laufen, sprechen, lesen oder schreiben lernen. All dies ist nicht zutreffend. Ebensowenig stimmt es, dass Menschen mit DS eine geringe Lebenserwartung haben, aufgrund unterschiedlicher Komplikationen im Säuglings- und Kleinkindalter ist lediglich die Kindersterblichkeit etwas erhöht. Erwachsene Menschen mit Down-Syndrom werden ebenso alt wie andere Menschen auch. Häufig wird das Down-Syndrom auch mit anderen geistigen Behinderungen verwechselt, als ob Down-Syndrom der Sammelbegriff für geistige Behinderung wäre.


Von Down-Syndrom spricht man jedoch nur, wenn das 21. Chromosom dreifach statt doppelt vorhanden ist. DS wird weder von den Eltern an die Kinder vererbt, noch durch irgendwelche Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt ausgelöst. Es ist rein nach dem Zufallsprinzip bei dem betreffenden Fötus ab der Befruchtung der Eizelle vorhanden. Und kann deshalb auch nicht entfernt werden.


Bedauerlicherweise wird die geistige Kapazität von Menschen mit DS weithin unterschätzt, denn was man als geistige Behinderung bei vielen Menschen mit DS vorfindet, ist nicht selten das Ergebnis von sozialer Deprivation. Im sogenannten Dritten Reich musste man Kinder mit DS verstecken, weil sie sonst der Vernichtung des Euthanasie- und Eugenieprogramms Hitlers zum Opfer fielen. Der Impuls, das Kind zu verstecken, saß anschließend so tief, dass er bei vielen Eltern auch nach 1945 noch weiterbestand. Das Verstecken brachte es aber auch mit sich, dass dem Kind Lernfelder und - anreize vorenthalten wurden. Aufgrund der geringen Kontaktmöglichkeiten wurde auch das Kommunikationsbedürfnis des Kindes behindert. Eine Lebenssituation, die auch bei anderen Kindern zu einer reduzierten geistigen Entwicklung geführt hätte.


Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich in den vergangen Jahrzehnten überraschende Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern mit dem DS, die in einem förderlichen Umfeld aufwachsen, aufgetan haben. Diese Entwicklung ist auch heute noch nicht an einem Endpunkt angekommen, da vielen Kinder mit dem DS nach wie vor die normale Lebens- und Lernumgebung in Kindergarten und Schule verwehrt bleibt.